Psychologie der Massen – Gustav Le Bon

Gustave Le Bon wurde am 7. Mai 1841 in Nogent-le Rotrou, Frankreich, geboren. Obwohl er zum Arzt ausgebildet wurde, widmete er einen Großteil seines Lebens dem Studium der Soziologie, Psychologie, Physik und Anthropologie.

Während des Deutsch-Französischen Krieges war er Militärarzt und beschäftigte sich zunächst mit der Physiologie. Später konzentrierte er sich auf Archäologie und Anthropologie.

Die französische Regierung schickte ihn sogar als Archäologen in den Osten. Er besuchte viele Länder in diesem Teil der Welt. Außerdem unternahm er ausgedehnte Reisen durch Europa und Afrika. Seine Forschungen und Beobachtungen führten zu einer Reihe von Büchern, von denen das berühmteste Psychologie des Foules (The Crowd: A Study of the Popular Mind) heißt.

Der darwinistische Ansatz von Gustave Le Bon

Ein Großteil von Gustave Le Bons Werk rechtfertigt den Kolonialismus der europäischen Mächte. Sein Hauptargument dafür war der Irrglaube, dass es überlegene Rassen gibt.

Le Bon glaubte an den geografischen Determinismus. Im Grunde argumentierte er, dass Männer und Frauen nur unter bestimmten geografischen Bedingungen wirklich intelligent, schön und moralisch entwickelt sein können. Natürlich boten nur Europa und die überlegene Rasse, die es bewohnte, die Arier, diese perfekten Bedingungen.


„Die Massen haben noch nie nach der Wahrheit gedürstet. Sie wenden sich von Beweisen ab, die nicht nach ihrem Geschmack sind, und ziehen es vor, den Irrtum zu vergöttern, wenn der Irrtum sie verführt. Wer sie mit Illusionen versorgen kann, ist leicht ihr Meister; wer versucht, ihre Illusionen zu zerstören, ist immer ihr Opfer.“

Zitat: Gustav Le Bon

Gustave Le Bon war davon überzeugt, dass jede Rasse eine eigene Spezies ist. Natürlich glaubte er auch, dass es überlegene und minderwertige Rassen gab.

Wenn sich die überlegenen Rassen untereinander oder mit einer der minderwertigen Rassen vermischten, konnte das Ergebnis gut sein. Vermischten sich hingegen zwei oder mehr minderwertige Rassen, so führte dies zu einer degenerierten Art.

Die Menge: Eine Studie über den Volksgeist

Gustave Le Bon ist besonders berühmt für sein Buch The Crowd: A Study of the Popular Mind. Sein grundlegender Ansatz war, dass Menschen kollektiv Verhaltensweisen entwickeln, die sie einzeln niemals entwickeln würden. Mit anderen Worten: Gruppen haben einen entscheidenden Einfluss auf den Einzelnen.

Er wies darauf hin, dass die Hauptgründe, warum sich der Einzelne in einer Gruppe verliert, folgende sind:

  • Erstens nimmt ein Mensch die Gruppe als eine unbesiegbare Macht wahr. Daher fühlt er sich nicht mehr für seine Handlungen verantwortlich, weil er als anonyme Figur auftreten kann.
  • Zweitens infiziert die Masse ihre Mitglieder mit ihrer Art zu fühlen und zu handeln. Dies geschieht unbewusst und ermöglicht die Manipulation einer Gruppe durch einen Anführer.
  • Drittens: Gruppen hypnotisieren den Einzelnen. Die Zugehörigkeit zu einer Gruppe führt dazu, dass man sich allmächtig fühlt.

Außerdem überwiegt in einer Gruppe das Unwirkliche gegenüber der Realität. Schließlich werden Gruppen als Überlebensmechanismen betrachtet. Die Nichtzugehörigkeit zu einer Gruppe wird daher als gefährlich angesehen. Es ist erwähnenswert, dass Sigmund Freud ein ganzes Buch (Gruppenpsychologie und die Analyse des Ichs) der Hinterfragung von „Gustave Le Bons The Crowd: A Study of the Popular Mind“ gewidmet war.

Der Einfluss von Gustave Le Bons Theorien

Obwohl Gustave Le Bon sich selbst als Demokrat bezeichnete, haben seine Vorschläge in Wahrheit die Nazi-Ideologie, den Faschismus und alle daraus hervorgegangenen Ideologien stark gefördert. Letztlich vertrat Le Bon die Ansicht, dass die Massen eine unterwürfige Herde seien und daher ohne einen Herrn nicht existieren könnten. Er wies darauf hin, dass dieser Meister oder Führer jemand mit einer starken Persönlichkeit, ganz bestimmten Überzeugungen und einem starken Willen sein sollte.

Eine Gruppe von Modellierpuppen.
Gustave Le Bon starb im Jahr 1931. Er hätte sich wahrscheinlich nie vorstellen können, dass seine Überzeugungen den Holocaust der Nazis fördern würden, und noch weniger, dass sein eigenes Land, Frankreich, von den Ariern diskriminiert werden würde.

Quelle: https://exploringyourmind.com/gustave-le-bon-psychology-of-the-masses/

Le Bon wurde mit seinem Buch Psychologie der Massen zum Begründer der Massenpsychologie. Er vertritt die Auffassung, dass der Einzelne, auch der Angehörige einer Hochkultur, in der »Masse« seine Kritikfähigkeit verliert und sich affektiv und primitivbarbarisch verhält. In der Massensituation ist der Einzelne leichtgläubiger und unterliegt der psychischen Ansteckung. Somit ist die Masse von Führern leicht zu lenken. Dass dieses Werk zu Joseph Goebbels Lieblingslektüre zählte, dürfte nicht überraschen.

Was Sie aber garantiert verblüffen wird, ist, dass Gustave Le Bon bereits 1895 beschrieb

  • wie Diktatoren die Macht ergreifen
  • wie der Sozialismus scheitert
  • wie heutige Politiker es immer wieder schaffen, dass wir sie wählen.

Unfassbar ist: Er prophezeit den Bankrott heutiger EU-Staaten! Auch die Gefahr des Schuldenschnitts (den die Bürger bezahlen) zeigt Le Bon.
Le Bons Buch ist leicht zu lesen. Übersetzt in alle Weltsprachen, hassen Politiker dieses Werk, weil es ihre Argumente und Programme entlarvt.
Visionär erkannte Le Bon auch die Rolle der Staatsmedien. »Das Wiederholte befestigt sich so sehr in den Köpfen, dass es schließlich als eine bewiesene Wahrheit angenommen wird!«

Die größte Gefahr für Le Bon ist »die übermäßige Verschwendung der Finanzen und die zunehmende Beschränkung der persönlichen Freiheit.«
All das sah Le Bon schon vor rund 120 Jahren! In seinem Buch entdecken Sie aber noch viel mehr