Es wird nicht enden – Ausser wir beenden es

Sie reden permanent davon, dass jeder „seinen Beitrag leisten“ müsse. Sie schwadronieren von Solidarität. Von der wiederkehrenden Impfung ausnahmslos jedes einzelnen. Von Masken und Abstand, die uns gegen bedrohliche und hochansteckende „Wellen“ schützen sollen. Sie reden vom „Regeln befolgen“ und behaupten, solange einzelne Leugner, Verweigerer und Egoisten die Anstrengungen der Mehrheit boykottierten und sabotierten, befände sich die Gesellschaft in „Geiselhaft“.

Es wird nicht enden – außer wir beenden es.

Was Sie nicht sagen und wovon inzwischen KEINER mehr redet – kein Politiker, kein Virologe, kein Regierungsberater oder Experte -, das ist die Frage nach einem Ende des ganzen Zinnobers. Wann soll das, was abstrakt als „die Pandemie“ bezeichnet wird, eigentlich vorbei sein? Wie stellen sich die Zeugen Coronas dies vor – wann sollen Maskenpflicht, Zutrittsbeschränkungen, Hygieneregeln oder Kontaktverbote eigentlich je enden? Redet davon noch IRGEND jemand in Deutschland? Zwar nehmen selbst die unverbrüchlichsten Gläubigen der Staatspropaganda, die Jünger der kontrafaktischen Beschwörung einer vorgeblichen Notlage (im Sinne einer Krise, die sich von dem alljährlichen Infektions- Geschehen vor Corona unterscheidet) die Situation durchaus als Stress, als etwas Unnormales wahr – aber sie meinen, dieser Zustand sei in jedem Falle nur temporär,  und geben sich überzeugt, es würde dadurch schneller „überwunden”, indem sie sich den staatlichen Handlungsempfehlungen oder gar Vorschriften fügten. „Wenn das ganze Chaos endlich mal vorbei ist…”, ”ich freue mich schon, wenn es wieder volle Konzerthallen und Stadien gibt”, „bin ich froh, wenn all das vorbei ist”, „nach Corona werden wir erstmal richtig verreisen”: Solche und ähnliche hoffnungsfrohen Aussagen hört man täglich – und die so reden glauben daran ernsthaft.

Keine Exitszenarien

Müssten sie dann aber nicht, quasi zur Ertüchtigung der eigenen Opferbereitschaft und eigenen Konformität, als allererste und am lautesten darauf drängen, dass ihnen der Staat endlich ein Exitszenario aufzeigt, ab dem sie – quasi als Belohnung ihres Wohlverhaltens und die Einfügung in die freiwillige Knechtschaft – wieder frei leben dürfen?

Tatsächlich wäre, wenn es hier mit rechten Dingen zuginge und wir eine echte Pandemie hätten, dies doch das allererste, was ein verantwortungsvoller, im Interesse seiner Bürger handelnder Staat alleine schon zu Motivations- und Vertrauensbildungszwecken tun müsste: Klipp und klar eine Beendigungsstrategie aufzuzeigen und den Bürgern zu sagen: Das ist unser Plan, wenn wir Punkt X erreicht haben, dann heben wir diese und diese Maßnahmen final auf, und ab Punkt Y verabschieden wir dann ein Gesetz, ab dem wir alle während der letzten zwei Jahre verhängten Beschränkungen und rechtlichen Ausnahmebestimmungen für kraftlos erklären. Es wäre quasi das, was anderswo als „Freedom Day“ bekannt wurde. Man wäre in Deutschland ja schon dankbar, wenn wenigstens überhaupt irgendein vages Ziel genannt würde – selbst wenn dann die meisten ahnen würden, dass dieses wieder nicht eingehalten würde. Die Politik macht sich jedoch nicht einmal mehr die Mühe zu lügen oder wenigstens Beihilfe zum Selbstbetrug des Volkes zu leisten.

Im Frühjahr sah das noch anders aus: Damals, im Februar, beschwichtigte Angela Merkel (im ÖRR-Interview unter dem verräterischen Titel „Farbe bekennen“) die Ungeduld der Bürger noch mit einem recht konkreten Enddatum, ab wann all das Corona-Elend vorbei sein sollte: „Ende des Sommers”, hieß es damals, oder hilfsweise dann, wen alle „ein Impfangebot erhalten” hätten. Wie wir heute wissen, was dies nur eine  weitere monströse und dreiste Lüge – und nur einer von so vielen Wortbrüchen einer Ex-Kanzlerin, die sich verstörenderweise heute nicht etwa vor Gericht für ihr zerstörerisches Treiben verantworten muss, sondern stattdessen mit Ehrungen überhäuft wird. „The German Disease“.

Ein grausames Missverständnis

Doch nicht nur verzichtet die gerade wieder Kurs auf den den nächsten Lockdown nehmende Politik gänzlich darauf, vergleichbare neue Zieltermine für ein „Corona-Ende“ zu definieren; es fragt (abseits der verfemten Fronde der Staatsfeinde) bezeichnenderweise auch keiner der medial wohlgelittenen, in der Debatte „stimm“-berechtigten Untertanen danach. Schon deshalb ist die Erwartung einer „Zeit nach Corona“ ein Widersinn, ein grausames Missverständnis – denn dazu wird es nicht mehr kommen. Inzwischen ist sogar jede  Hoffnung zunichte gemacht, dass diese „Pandemie“ zumindest formal-normativ spätestens mit  Aufhebung der „epidemischen Lage nationaler Tragweite“ ende.

Von wegen: „Diese ist nun beendet“ – und der Ausnahmezustand wurde elegant in reguläres Recht, seine Ausgestaltung in gewöhnliches Regierungshandel transformiert; fortan braucht es also gar keine förmlichen Notstandsvorkehrungen mehr (wie sie etwa in der Weimarer Reichsverfassung durch Artikel 48 ermöglicht wurden, oder in der Vor-Corona-BRD durch Feststellung des Bundestages), um durchregieren zu können: Das Infektionsschutzgesetz als künftiger „Artikel Null“ des Grundgesetzes macht es möglich.

Und so spricht denn niemand mehr von Zielszenarien, von irgendeiner Aussicht auf ein Ende der Maskenpflicht, der Einlasskontrollen, der permanenten Gesundheits- und Impfnachweiskontrolle, der Kontakterfassung, der lokalen und beliebig aufrufbaren Kontakt- und Ausgangsbeschränkungen: Eben weil all dies gar nicht mehr aufhören soll und darf. Man braucht die installierten Rituale der Unterwerfung, die binnen nicht einmal zwei Jahren erfolgreich implementierten Bürgerkontrollen schließlich noch für wichtigere politische Zukunftsziele: Zur Umsetzung ideologischer Utopien nämlich, mit denen eine degenerierte Politikerkaste seit langem schwanger geht, die sich nicht länger als Diener am Bürger, sondern als Bevormundungs- und Volksumerziehungs-Elite berufen fühlt.

Der irrige Traum von der Realität vor 2020

Sie ist es, die wieder mal den nächsten sozialistischen Homo Novus am Reißbrett konzipieren will: Klimaneutral, divers, woke, postdemokratisch. Langfristig geht es hier um „Dekarbonisierung“, um Wohlstandsabbau, um ethische und kulturelle „Neu-Abmischung“ der Bevölkerung, um Veränderung unserer Arbeit- und Mobilitätsgewohnheiten, um totale Gedanken- und Sprachkontrolle und die Verwirklichung eines perversen Transhumanismus.

Erstaunlicherweise begreifen die, die viel von „Notwendigkeiten” und „Opfern” durch Maßnahmenbefolgung reden und in dauerhafter Impf-Compliance den „Ausweg aus der Pandemie” sehen, am aller wenigsten, dass sie sich mit ihrer Folgsamkeit eben diesen Ausweg versperren. Sie meinen, wenn sie sich nur penibel an die Bestimmungen der fünfhundertsechsundsiebzigsten Corona-Verordnung hielten lange und oft genug impfen ließen, würden sie irgendwann wieder in der Realität des Jahres 2019 aufwachen – als noch nie jemand von R-Werten, Verdoppelungsintervallen, Wellen, Inzidenzwerten, Boostern und Hospitalisierungszahlen gehört hatte, als man beim Kauf von FFP-Masken im Baumarkt noch auf Gesundheitsrisiken hingewiesen wurde, als Astra noch ein Bier war, Pfizer noch ein Potenzpillenhersteller und 3G ein Mobilfunkstandard; als auf Plakaten noch Festivals statt „Testivals“ angekündigt wurden und die Parole „Alles in den Arm” allenfalls schräge Assoziationen mit Fixern auf dem nächsten Bahnhofsklo geweckt hätten.

Man müsste sie alle packen, sie wachrütteln und ihnen einhämmern: IRRTUM! Gar nichts wird enden – weil es nicht mehr enden soll! Es geht hier nicht um Überwindung einer Krise, sondern um deren Verstetigung als neuer Normalzustand! Eure „kompetenten“ Politiker haben nicht ohne Grund damit aufgehört, irgendwelche konkreten Perspektiven zu artikulieren oder ein konkretes Ziel zu definieren, wann das, was ursprünglich doch nur für kurze Zeit gelten sollte, aufgehoben wird!

Unlogisch, widersprüchlich, sinnfrei

Den Grund dafür mag man suchen, wo man will – die einen in finsteren Absichten, die anderen in einer kopf- und ratlosen Flucht nach vorne, und wieder andere in ungeschlachtem Dilettantismus; sicher ist nur: Die offiziellen Begründungen für das, was hier seit anderthalb Jahren abläuft, sind definitiv falsch, widersprüchlich, unlogisch und sachlich schlicht nicht begründbar. Sie sind – was bei tieferem Einstieg in beliebige Detailaspekte der Pandemie schnell sichtbar wird – nicht nur unverhältnismäßig, sondern sinnfrei.

Und so bleibt einstweilen nur die resignative Erkenntnis, dass sich in diesem aus Schaden alles andere als klug gewordenen Volk – knapp 90 Jahre nach der NS-Machtergreifung – zwei grundlegende Einsichten restlos verflüchtigt zu haben scheinen. Erstens: Jeder, der seine Freiheit zugunsten von Sicherheit aufgibt, wird am Ende beides verlieren. Und zweitens: Grundrechte sind immer Abwehrrechte gegen einen übergriffigen Staat, die eben deshalb von diesem auch NIEMALS an Bedingungen geknüpft werden dürfen – egal wie übergesetzlich-alternativlos und vordringlich diese angeblich sind.

Enden wird und kann es tatsächlich nur, wenn die Bürger sich ihre Rechte zurückholen; die Regierungen jedenfalls werden sie definitiv nicht mehr zurückgeben. Die einzige Frage ist daher, ob sich das Verhältnis zwischen Stockholmsyndrom-Geschädigten, die die pandemischen Fesseln eines Gesundheits- und Hygieneregimes lieben gelernt haben, und den Entschlossenen, die mit dem Mut der Verzweiflung aufbegehren, zugunsten letzterer verschieben wird.